Ursprünglich veröffentlicht 2016 · Zuletzt aktualisiert: 10.05.2026
Batterien zur mobile Stromversorgung versorgen viele Geräte im Alltag mit Strom. Ob im Wecker oder der Armbanduhr, im Handy oder Laptop, in der Waage oder in der Fernbedienung. Batterien oder Akkus sind ganz selbstverständlich. Sie bestehen zum großen Teil aus Wertstoffen wie Eisen, Stahl und Zink. Allerdings können sie auch gesundheits- und umweltgefährdende Stoffe enthalten – Quecksilber, Cadmium oder Blei zum Beispiel. Deshalb gehören Batterien keinesfalls in den Hausmüll. Außerdem ist die richtige Entsorgung sogar Pflicht.
Inhaltsverzeichnis
Zur Rückgabe gebrauchter Batterien verpflichtet!
Schon seit vielen Jahren regelt das deutsche Batterierecht, dass ausgediente Batterien und Akkus zurückgegeben werden müssen. Sie als Nutzer:in geben sie in Geschäften oder an Sammelstellen ab. Darauf weist übrigens das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne hin.
Seit dem 7. Oktober 2025 gilt dafür ein neues Gesetz: das Batterierecht-Durchführungsgesetz (BattDG). Es hat das alte Batteriegesetz (BattG) abgelöst. Außerdem setzt es die neue EU-Batterieverordnung in deutsches Recht um. Klingt kompliziert? Im Alltag ändert sich für Sie als Verbraucher:in zum Glück wenig: Batterien zurückbringen ist und bleibt Pflicht – und kostenlos.
Für die Sammlung haben die Hersteller das Rücknahmesystem GRS eingerichtet. Daneben gibt es noch herstellereigene Systeme wie ÖcoReCell und ERP Deutschland.
Die grünen Sammelkartons der GRS stehen in vielen Verkaufsstellen bereit – vom Baumarkt bis zum Kiosk. Auch an den Wertstoffhöfen der Kommunen und an den Schadstoffmobilen finden Sie sie.
Sammlung herkömmlicher Batterien
In kleinen Geräten wie Fernbedienungen oder Weckern stecken meist herkömmliche Batterien. Das sind Alkali-Mangan- oder Zink-Kohle-Batterien. Auch ältere Akkus aus Blei oder Nickel-Cadmium gehören dazu.
Am besten sammeln Sie diese Altbatterien in einer kleinen Box. Bei Gelegenheit geben Sie sie dann an den entsprechenden Stellen ab. Für den Transport müssen Sie nicht viel beachten. Ist eine Batterie allerdings einmal ausgelaufen, verpacken Sie sie getrennt in einem kleinen Plastikbeutel. Außerdem vermeiden Sie dabei den Hautkontakt.
Übrigens: In vielen Kommunen gibt es kostenlose Haushaltssammelboxen. Damit sammeln Sie Altbatterien problemlos zu Hause. Ist die Box voll, geben Sie sie einfach bei der nächsten Sammelstelle ab.
Knopfzellen extra sichern: Bei den kleinen Knopfzellen aus Uhren oder Hörgeräten gibt es einen Spezial-Tipp. Wegen ihrer kompakten Bauweise neigen sie zu Kurzschlüssen. Außerdem können sie sich dabei stark erhitzen. Deshalb gilt: Pole vor der Abgabe mit einem kleinen Klebestreifen abkleben. Das gilt auch für 9-Volt-Block-Batterien.
So sammeln Sie Alt-Akkus am besten
Kaum jemand entsorgt einen einzelnen, unbrauchbaren Akku. Meist sammeln sich über Wochen oder Monate alte Akkus im Haushalt an. Diese Akkus sind sogenannte Hochenergiebatterien. Sie enthalten meist Lithium, manchmal auch leistungsstarke Nickel-Systeme. Sie stecken in Handys, Laptops, Tablets, Powerbanks und vielen weiteren Geräten.
Lithium-Akkus sichern: Vor der Lagerung und Entsorgung gegen Kurzschlüsse sichern. Dazu kleben Sie die offenen Kontakte mit einem Klebestreifen ab. So vermeiden Sie auch Brände in der Sammelbox.
Außerdem gibt es jetzt einen wichtigen neuen Sammelweg. Denn seit 1. Januar 2026 müssen alle kommunalen Wertstoffhöfe auch Akkus von E-Bikes und E-Scootern kostenlos zurücknehmen. Das regelt das neue BattDG. Bisher gab es nur einzelne „qualifizierte Sammelstellen“. Trotzdem rate ich: Vorher kurz anrufen schadet nie, denn die Umsetzung dauert in manchen Kommunen länger.
Vorsicht Brandgefahr: Lithium-Akkus sind echte Brandstifter
Was viele nicht wissen: Falsch entsorgte Lithium-Akkus sind heute die Brandursache Nummer eins in der deutschen Abfallwirtschaft. Rund 80 Prozent aller Brände in Sortieranlagen und Müllfahrzeugen gehen auf ihr Konto. So meldet es der Bundesverband der Entsorgungswirtschaft. Außerdem brennt es in manchen Anlagen täglich.
Die Folgen sind dramatisch. Schäden gehen in die Millionen. Auch Mitarbeiter:innen sind gefährdet. Verantwortlich sind oft die kleinsten Übeltäter: blinkende Glückwunschkarten, leuchtendes Kinderspielzeug oder Einweg-E-Zigaretten (Vapes). Sie alle enthalten Lithium-Akkus. Trotzdem landen sie regelmäßig im Restmüll.
Deshalb mein dringender Appell: Wirklich jeder Akku gehört in die Sammlung – auch der scheinbar harmlose aus der Vape. Mehr dazu lesen Sie übrigens in unserem ausführlichen Artikel: Lithium-Akkus entsorgen: Brände im Restmüll werden zum Problem.
Spezialfall beschädigte Hochenergiebatterien
Hier gelten besondere Sicherheitsvorschriften. Eine beschädigte Hochenergiebatterie erkennen Sie an verschiedenen Anzeichen:
- kaputtes oder verformtes Gehäuse
- Schmelzstellen am Kunststoffgehäuse
- Auslaufen von Flüssigkeiten
- ungewöhnliche Wärmeentwicklung
- aufgeblähte Form
Solche Akkus dürfen Sie nicht in die normale Sammelbox werfen. Außerdem sind sie auch im Hausmüll lebensgefährlich. Beschädigte Akkus können Sie nur an qualifizierten Sammelstellen abgeben. Am sichersten ist das Schadstoffmobil oder der Wertstoffhof Ihrer Stadt. Dort weisen Sie auch ausdrücklich auf den Defekt hin.
Welche Sammelstelle in Ihrer Nähe geeignet ist, finden Sie übrigens in unserer Sortierhilfe.
Neu seit Oktober 2025: Die EU-Batterieverordnung
Seit Oktober 2025 gibt es ein einheitliches europäisches Batterierecht. Die EU-Batterieverordnung (EU 2023/1542) ersetzt die alte Richtlinie von 2006. Außerdem bringt sie für Verbraucher:innen einige spürbare Verbesserungen. Hier die wichtigsten Punkte:
- Austauschbare Akkus ab 2027: Ab dem 18. Februar 2027 müssen die Akkus in Smartphones, Tablets und ähnlichen Geräten wieder leicht austauschbar sein. Sie als Verbraucher:in dürfen den Akku also ohne Spezialwerkzeug selbst wechseln. Verklebte Akkus sind dann passé. Allerdings gibt es Ausnahmen für besondere Geräte wie wasserdichte Modelle.
- Höhere Sammelquoten: Bisher mussten 50 Prozent der Gerätebatterien zurückgegeben werden. Ab Ende 2027 sind es 63 Prozent, ab Ende 2030 sogar 73 Prozent. Auch für E-Bike- und E-Scooter-Akkus gibt es erstmals klare Quoten.
- Bessere Kennzeichnung: Batterien tragen künftig QR-Codes mit Infos zu Kapazität, Inhaltsstoffen und Recycling.
- Digitaler Batteriepass ab 2027: Für größere Batterien (etwa in E-Autos oder Heimspeichern) gibt es einen Online-Pass. Damit erfahren Sie alles zu Herkunft, CO₂-Bilanz und Materialien.
- Pfand auf Akkus? In Deutschland wird gerade über ein Pfandsystem für Lithium-Akkus diskutiert. Bis zu 50 Euro Pfand pro Akku stehen im Raum. Eine Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen.
Insgesamt soll all das dazu führen, dass Geräte länger halten. Außerdem sollen mehr Rohstoffe in den Kreislauf zurückkehren. Auch die Brände durch Lithium-Akkus sollen weniger werden.
So halten Batterien und Akkus möglichst lange
Auf das Datum achten: Kaufen Sie Batterien mit langem Mindesthaltbarkeitsdatum. Denn im Laufe der Zeit verliert eine Batterie an Leistung. Das passiert sogar, ohne dass Sie sie verwenden.
Richtig lagern: Gewöhnliche Batterien lagern Sie am besten bei Zimmertemperatur in der Schublade. Außerdem vermeiden Sie den Kontakt mit Feuchtigkeit. Sonst laufen sie schneller aus. Akkus sollen dagegen lange ihre Speicherfähigkeit behalten. Dabei ist es vom Akku-Typ abhängig, welche Temperatur die beste ist.
Gleichartige Batterien verwenden: In Geräten mit mehreren Batterien nehmen Sie am besten Modelle desselben Herstellers. Denn sie liefern dann etwa die gleiche Leistung.
Zweimal verwenden: Bei Geräten mit hohem Energieverbrauch scheint die Batterie schnell leer zu sein. Trotzdem leistet sie oft noch gute Dienste – etwa in sparsamen Geräten wie einer Fernbedienung.
Akkus pflegen: Bei Lithium-Akkus tut häufiges Zwischenladen besser als komplettes Leeren. Außerdem mögen sie keine extreme Hitze. Lassen Sie Handy und Laptop also nicht im Sommerauto liegen.
Reparieren statt wegwerfen: Mit den neuen EU-Regeln ab 2027 dürfen Sie Akkus oft selbst tauschen. Das spart Müll und Geld. Eine echte gute Nachricht für den Geldbeutel und die Umwelt.
Tipps zum Weiterlesen
- GRS Batterien – Sammelstellen finden
- BMUKN: Die neue EU-Batterieverordnung
- Umweltbundesamt: Altbatterien
- Unser Artikel: Lithium-Akkus entsorgen: Brände im Restmüll werden zum Problem
- Unser Artikel: Solarmodule entsorgen: So geht’s bei Balkonkraftwerk und PV-Anlage
Haben Sie selbst schon einmal eine Knopfzelle abgeklebt? Oder eine Vape statt in die Tonne in die Sammelbox geworfen? Schreiben Sie uns gerne in den Kommentaren – jede Erfahrung hilft, das Thema sichtbarer zu machen.
