Mit der EU-Verpackungsverordnung kommt ein großer Wurf. Denn die EU will weniger Müll. Außerdem soll es mehr Mehrweg geben. Auch ein paar Klassiker fallen weg. So sind Mini-Shampoos im Hotel bald tabu. Auch Plastik um Tomaten verschwindet. Sogar kleine Senf-Tütchen sind betroffen. Wir zeigen, was die Regeln bedeuten. Außerdem erfahren Sie, ab wann sie gelten.
Inhaltsverzeichnis
Was ist die EU-Verpackungsverordnung?
Die EU-Verpackungsverordnung heißt offiziell PPWR. Das ist Englisch für Packaging and Packaging Waste Regulation. Verabschiedet wurde sie im Dezember 2024. Außerdem trat sie schon im Februar 2025 in Kraft. Die meisten Pflichten gelten aber erst ab dem 12. August 2026. Bis dahin gilt also weiter das alte Verpackungsgesetz.
Wichtig: Es ist eine Verordnung, keine Richtlinie. Deshalb gilt sie direkt in allen EU-Ländern. Außerdem müssen die nationalen Gesetze passen. Daher arbeitet das Bundesumweltministerium gerade an einem neuen Gesetz.
Warum kommt die neue Regel?
Die Zahlen sprechen für sich. Denn pro Person und Jahr fallen rund 189 Kilo Müll an. So zeigt es die EU-Statistik. Außerdem steigt diese Menge weiter. Auch die Mehrwegquote stagniert seit Jahren. Selbst das Recycling kommt nicht voran. Die Folge: Plastik in der Umwelt. Zudem gehen wertvolle Rohstoffe verloren.
Deshalb hat sich die EU klare Ziele gesetzt:
- Bis 2030 soll der Müll pro Kopf um 5 Prozent sinken (gegenüber 2018).
- Bis 2035 sind es 10 Prozent.
- Bis 2040 sogar 15 Prozent.
EU-Verpackungsverordnung: Diese Verbote kommen
Ab dem 1. Januar 2030 greifen die meisten Verbote. Spürbar sind sie vor allem im Alltag:
- Mini-Hotelkosmetik: Kleine Einweg-Shampoos sind nicht mehr erlaubt. Stattdessen gibt es Nachfüll-Spender.
- Mini-Portionen: Plastikbecher mit Sahne, Zucker oder Ketchup fallen weg. Das gilt auch für kleine Marmelade-Tütchen.
- Einwegplastik beim Vor-Ort-Verzehr: Wer im Café isst, bekommt also kein Einweg-Plastik mehr.
- Plastik um Obst und Gemüse: Tomaten oder Äpfel unter 1,5 Kilo dürfen nicht mehr in Plastik. Ausnahmen gibt es nur bei sehr empfindlicher Ware.
- Sehr leichte Plastiktüten: Die dünnen Beutel an der Obst-Theke sollen verschwinden.
- Schrumpffolien für Koffer am Flughafen sind ebenfalls passé. Auch Plastik-Chips als Füllmaterial fallen weg.
Außerdem kommt schon Mitte 2026 ein PFAS-Verbot. Es betrifft Lebensmittel-Verpackungen. PFAS sind die berüchtigten „Ewigkeits-Chemikalien“. Sie stecken oft in beschichteten Pizza-Kartons.
Mehrweg wird zum Standard
Wir alle kennen das. Coffee to go im Pappbecher mit Plastik-Deckel. Oder die Sushi-Box aus Einweg-Plastik. Auch Salat im Plastik-Töpfchen ist üblich. Damit soll Schluss sein. Künftig schreibt die EU verbindliche Mehrweg-Quoten vor:
- Take-away ab 2030: Mindestens 10 Prozent der To-go-Speisen müssen Mehrweg sein.
- Getränke ab 2030: Auch hier gilt eine Quote von 10 Prozent. Bis 2040 steigt sie sogar auf 40 Prozent. Wein und Milch sind aber ausgenommen.
- Eigenes Gefäß erlaubt: Sie dürfen in Restaurants eigene Behälter mitbringen. Außerdem gibt es keinen Aufpreis dafür. Das gilt für Essen und Getränke.
- Hotels und Cafés bekommen bis 2027 Zeit. Ab 2028 sind Mehrweg-Systeme dann Pflicht.
Auch der Onlinehandel soll umstellen. Bis 2030 sollen also 40 Prozent der Versand-Verpackungen Mehrweg sein. Pappkartons sind aber ausgenommen.
Schluss mit Mogelpackungen
Wer hat sich nicht schon einmal geärgert? Eine riesige Müsli-Schachtel. Drinnen aber nur eine halbleere Tüte. Oder ein viel zu großer Karton mit einem winzigen Produkt. Damit ist ab 2030 Schluss.
Die EU schreibt vor: Maximal 50 Prozent Leerraum in Versand-Kartons. Außerdem müssen Verpackungen so klein wie möglich sein. Das gilt für Gewicht und Volumen.
Damit dürfte es ein Ende haben:
- mit aufgeblasenen Cornflakes-Schachteln
- mit riesigen Schminkpaletten in Karton mit viel Luft
- mit Online-Sendungen, bei denen ein Lippenstift im Schuhkarton ankommt
Was passiert mit dem Pfand?
Die EU verlangt von allen Ländern ein gutes Pfandsystem. Bis 2029 muss es flächendeckend stehen. Es gilt für Plastikflaschen und Metalldosen. Eine Ausnahme: Ein Land erreicht bis 2026 schon 80 Prozent Sammelquote.
Deutschland steht hier gut da. Außerdem wird gerade über eine Erweiterung diskutiert. So könnten künftig auch Glasflaschen einbezogen werden. Auch Mehrweg-Verpackungen sind im Gespräch. Sogar Flaschen aus anderen EU-Ländern sollen vielleicht mit dazu kommen.
Spannend ist auch die Tübinger Verpackungs-Steuer. Das Bundesverfassungsgericht hat sie im Januar 2025 bestätigt. Wird sie also zum Vorbild? Viele Städte prüfen das gerade.
EU-Verpackungsverordnung im Alltag
Für Sie als Verbraucher:in heißt das konkret:
- Im Hotel wartet künftig ein Spender an der Wand. Statt Mini-Shampoo also Nachfüllen.
- Im Restaurant kommt Sahne aus dem Kännchen. Auch Ketchup gibt’s aus der Flasche.
- Im Café werden Mehrweg-Becher zum Standard. Eigene Becher sind also erlaubt.
- Take-away: Sie dürfen Ihre eigene Box mitbringen. Außerdem ist das kostenlos.
- Im Supermarkt finden Sie Obst loser oder im Mehrweg-Netz.
- Onlinepakete werden kleiner. Sie kommen seltener mit Plastik-Füllung.
Eines bleibt gleich. Sie sind weiter gefragt, Verpackungen richtig zu trennen. Welche Tonne die richtige ist, zeigt Ihnen also unsere Sortierhilfe.
Fazit
Die EU-Verpackungsverordnung ist ein echter Schritt nach vorn. Mehrweg wird endlich zum Standard. Außerdem verschwinden Mogelpackungen. Auch klare Regeln auf EU-Ebene sind ein Plus.
Trotzdem: Bis 2030 ist es ein weiter Weg. Vieles hängt von der Durchsetzung ab. Auch die nationalen Gesetze müssen passen. Deshalb gilt: Hinschauen, mitmachen, weniger Müll machen. Denn die beste Verpackung ist die, die gar nicht erst entsteht.
Tipps zum Weiterlesen:
- EU-Verpackungsverordnung im Volltext (Verordnung 2025/40)
- Umweltbundesamt: Verpackungsabfälle in Deutschland
- Deutsche Umwelthilfe: Mehrweg statt Einweg
- Unser Artikel: Vom Wertstoffgesetz zur EU-Verpackungsverordnung
Was halten Sie von der neuen EU-Verpackungsverordnung? Schreiben Sie uns gerne in den Kommentaren – freuen Sie sich auf weniger Plastik? Oder befürchten Sie Mehrkosten?

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