Müll richtig trennen ist wirklich kinderleicht!

Müll richtig trennen ist wirklich kinderleicht!

Müll richtig trennen mit Phantasie und Merksätzen

»Müll richtig trennen ist kinderleicht«, sagt meine Nichte und sie ist erst 10 Jahre alt. »Wenn du willst kann ich es dir erklären.« Das lass ich mir nicht zweimal sagen. Mit Bildern, Farben und Merksätzen trennt sie Altpapier, Glas, Leichtverpackungen, Bioabfälle und Restmüll. Die im Haushalt anfallenden Altkleider werden meist weiter verschenkt, kommen in der Verkleidungskiste oder werden als Putzlappen genutzt. Verbrauchte Batterien bringt sie zusammen mit meiner Schwester zur Sammelbox im Supermarkt. Wobei sie fast nur noch wieder aufladbare Batterien nutzen. Nur mit Schadstoffen, Elektro(-nick)-Altgeräten und Sperrmüll hat sie nichts zu tun. »Da wirst du dir wohl selbst etwas ausdenken müssen«, sagt sie mit einem Lächeln zu mir.

Altpapier in die »Blaue Tonne« – Was gehört zum Altpapier?

  • Alles, was man lesen kann: Zeitungen, Zeitschriften, Illustrierte, Prospekte, Broschüren, Kataloge, Bücher
  • Alles worauf man schreiben kann:  Schreibpapier, Briefumschläge, Notizpapier, Schulhefte
  • Alles was zum verpacken benutzt wird, aber nicht beschichtet ist: Pappschachteln, Kartonagen, Packpapier, Eierkartons

Wichtig ist: nur sauberes, kein verschmutztes Papier darf in die Blaue Tonne oder den Altpapier-Container. Ein buntes Gemisch aus verschiedenen Papierarten. Also wäre eine bunte Tonne angebracht. Doch es war wohl einfacher eine blaue Tonne herzustellen. Das ist die Erklärung meiner Nichte. Ihr kinderleichter Merksatz dazu: 

Sauber lesen, schreiben und verpacken in die blaue Tonne. 

Altglas in den »Glascontainer« – Was gehört zum Altglas?

  • Glas, das als Verpackung für Lebensmittel und Getränke diente: Einwegflaschen, Konservengläser, Gläser von süßen Brotaufstrichen, Einmachgläser, Senfgläser
  • Glas, das zur Verpackung von Arzneimitteln und Kosmetika diente: Fläschchen für Hustensaft, Nasentropfen oder andere Medizin, Parfüm-Flakons, Deo Roller, Gläschen von Cremes oder Puder, Nagellack-Fläschchen

Wichtig ist die Entsorgung nach Farben getrennt. Glascontainer gibt es für die Farben Weiß, Braun und Grün. Alle Gläser, die nicht eindeutig diesen drei Farben zuzuordnen sind, gehören in den Behälter für Grünglas. Auch wenn die Sortieranlagen inzwischen Verschlüsse vom Glas trennen können, ist es viel energiesparender dies schon zuhause zu tun. Ihr kinderleichter Merksatz reimt sich sogar:

Essen und trinken macht gesund und schön. Ohne Deckel und Verschluss kommt alles, was nicht passt, ins Grün.

Leichtverpackungen in den »Gelben Sack /die Gelbe Tonne« – Was gehört hinein?

Alle restentleerten und nicht gespülten Verkaufs-Verpackungen und Verpackungsreste aus:

  • Kunststoff: Becher von Milchprodukten, Eierverpackungen, Obst- und Gemüseschalen aus Schaumstoff, Styroporverpackungen, Frischhalte- und Einwickelfolien, Einkaufstüten, Plastikbeutel, Luftpolsterfolie, Blisterverpackungen z.B. von Tabletten, Flaschen oder Dosen von Spül-, Wasch- und Körperpflegemitteln, Tuben für Zahnpasta, Salben u.ä., leere Farbeimer- dosen und -tuben, CD, CD-ROM und DVD-Verpackungen
  • Metall (Weißblech und Aluminium): Getränke- und Konservendosen, Aluminiumschalen, -dosen, -deckel auch die Joghurtdeckel aus Aluminium, Kronkorken, leere Spraydosen, ausgedrückte Tuben z.B. Senf- oder Tomatenmark, Schokoladenfolie, leere Farb-und Lackdosen
  • Verpackungen aus unterschiedlichen Materialien = Verbundstoff: Milch-und Saftkartons, Kaffee- und Vakuumverpackungen, Suppentüten, Tüten für losen Tee, Kakaodosen, beschichtete Pizza-Kartons, beschichtetes Papier (Butterbrot- u. Backpapier), Bonbonpapier

Warum die Behälter für diese Wertstoffe gelb sind? Auch dafür hat meine Nicht eine simple Erklärung parat. Gelb ist die Farbe der Sonne. In der Sonne fühlen wir uns locker und leicht. Da es sich hier um Leichtverpackungen handelt ist die Farbe gut gewählt, findet sie. Ihr kinderleichter Merksatz reimt sich wieder:  

Die leichte Verpackungswelt aus Plastik, Metall und Gemischtem, dem Gelben Sack gefällt.

Bioabfall in die »Braune oder Grüne Tonne« – Was gehört zum Bioabfall?

  • kompostierbare Abfälle aus Küche und Haushalt: Obst- und Gemüseabfälle, Schalen von Bananen und Zitrusfrüchten, Eier- und Nussschalen, gekochte Speisereste, Brot- und Backwarenreste, Kaffeesatz und Teesud samt Filter und Papierbeutel, Milchprodukte, Naturrinde vom Käse, ungenießbar gewordene Lebensmittel (ohne Verpackung), Topf-und Balkonpflanzen (Reste von Fleisch, Wurst und Fisch, Gräten und Knochen, aber nur wenn es Ihre Kommune erlaubt – ein Aufruf in unserer wohindamit-Datenbank schafft schnell Klarheit.)
  • kompostierbare Abfälle aus Garten und Grünflächen: Grasschnitt, Baum- und Strauchschnitt, Laub, Nadelstreu, Unkraut, Reisig, Stängel, Pflanzenreste, Gestecke, Pflanzen, Schnitt- und Topfblumen (ohne Töpfe und Bindedrähte), Fallobst, Blumenerde
  • sonstige organische Abfälle: wie Küchenpapier, Papierservietten, Eierpappkartons, Zeitungspapier zum Einwickeln des Bioabfalls, Federn, Haare, Hobel- und Sägespäne aus unbehandeltem Holz, Holzasche

Die Farbe der Tonne ist passend gewählt, sagt meine kleine Nichte. Wirklich mühelos zu erinnern. Ihr kinderleichter Merksatz ist wieder in einen Reim gefasst:

Reste vom kochen, backen und braten, Grünes und Laub aus dem Garten. Gar Schmutzpapier, Federn und Haar schluckt die Braune Tonne wunderbar.

Restmüll in die »Graue oder Schwarze Tonne« – Was gehört zum Restmüll?

Nicht verwertbarer Hausmüll: Staubsaugerbeutel, Kehricht, verschmutzte Hygieneartikel und Windeln, Papiertaschentücher, Glühbirnen, Gummireste, zerbrochenes Porzellan, Keramik, Steingut und Glas, Asche, Filzstifte, Kugelschreiber, Radiergummi, Anspitzerabfall, Kohlepapier, unbrauchbare Stoffreste, Lumpen und Lappen, Zigarettenkippen, Fotos, Filmnegative, Dias, Einwegfeuerzeug, Tapetenreste, Teppichreste, verpackungsfremde Kunststoffe wie Plastikspielzeug oder Zahnbürsten, Katzenstreu

Auch hier passt die Farbe der Tonne wie der Deckel zum Topf. Einfach zu merken, sagt meine kleine Nichte. Diesmal fällt ihr kinderleichter, Merksatz kurz und knapp aus:

Den graue Rest, der noch übrig bleibt, sich die schwarze Tonne einverleibt .

Mir helfen die Sätze wirklich. Mit Phantasie und Routine wird das Müll trennen sicher auch für Sie ein Kinderspiel. Alles zu BatterienElektro(-nick)-Altgeräten und auch Leuchtmitteln habe ich schon einmal erklärt. Demnächst werde ich noch über Sperr- und Sondermüll berichten.

Warum die ganze Mülltrennerei?

Wenn ich ehrlich bin, auch wenn es mir inzwischen leicht fällt den Müll richtig zu trennen, geht mir das ganze Thema manchmal auf die Nerven. Es kostet meine Zeit und Energie, sogar mein Geld (Müllgebühren, Kostenaufschlag bei Verpackungen). Zudem trenne ich den Müll zuhause auch noch kostenlos vor. Dennoch »es ist nicht umsonst«. Müll richtig trennen ist nachhaltig. Wertvollen Ressourcen werden geschont. Die Umwelt wird vor noch mehr Zerstörung bewahrt. Nicht zuletzt spart das Müll trennen Geld. Ja, auch wenn andere mit meinem Müll Geld verdienen, so geht ein Teil der Erlöse in Form von niedrigen Müllgebühren an uns Bürger zurück. Außerdem können die im Müll noch enthaltenen Wertstoffe, durch die sorgfältige Abfalltrennung, wieder verwertet werden. Das spart ebenso Kosten.

Allerdings steht für mich außer Frage, am effektivsten ist die Vermeidung von Müll. Abfallarm einkaufen und Müll vermeiden, vor allem bei Verpackungen ist die beste Methode, unsere Umwelt zu schonen. Ansonsten ist Müll richtig trennen die bessere Wahl, als alles in eine Tonne zu werfen und zu verbrennen. Den Müll richtig trennen ist umweltfreundlich, ressourcenschonend und kostensparend.

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