Müll richtig trennen ist kinderleicht

Muell richtig trennen ist kinderleicht

Müll richtig trennen mit Phantasie und kinderleichten Merksätzen

»Müll richtig trennen ist kinderleicht«, sagt meine Nichte und sie ist erst 10 Jahre alt. »Wenn du willst kann ich es dir erklären.« Das lass ich mir nicht zweimal sagen. Auch wenn es wirklich sehr kindlich ist, hilft es den Müll ohne Mühe richtig zu trennen. Mit Bildern, Farben und Merksätzen trennt sie Altpapier, Glas, Leichtverpackungen, Bioabfälle und Restmüll. Altkleider werden meist weiter verschenkt, kommen in die Verkleidungskiste oder werden als Putzlappen genutzt. Verbrauchte Batterien bringt sie mit meiner Schwester zur Sammelbox im Supermarkt. Wobei sie fast nur noch wieder aufladbare Batterien nutzen. Nur mit Schadstoffen, Elektro(-nick)-Altgeräten und Sperrmüll hat sie nichts zu tun. »Da wirst du dir wohl selbst etwas ausdenken müssen«, sagt sie mit einem Lächeln zu mir.

Blaue Tonne Harald Heinritz_ abfallbild

@ Harald Heinritz, abfallbild.de

 Altpapier in die »Blaue Tonne« – Was gehört zum Altpapier?

  • Lesestoff: Zeitungen, Zeitschriften, Illustrierte, Prospekte, Broschüren, Kataloge, Bücher
  • Schreibmaterial: Schreibpapier, Briefumschläge, Notizpapier, Schulhefte
  • Verpackungsmittel, aber nicht beschichtet: Pappschachteln, Kartonagen, Packpapier, Eierkartons

Wichtig ist: nur sauberes, kein verschmutztes Papier darf in die Blaue Tonne oder den Altpapier-Container. Ein buntes Gemisch aus verschiedenen Papierarten. Also wäre eine bunte Tonne angebracht. Doch es war wohl einfacher eine blaue Tonne herzustellen, sagt meine Nichte. Manchmal ist die Tonne auch grau und nur der Deckel blau. Ihr kinderleichter Merksatz dazu: 

Pappe und Papiere aller Art, sauber und ohne Schicht der blauen Tonne entspricht. 

Altglas in den »Glascontainer« – Was gehört zum Altglas?

Glas, das als Verpackung für Lebensmittel und Getränke diente:

  • Einwegflaschen wie Wein oder Sektflaschen,
  • Konservengläser,
  • Gläser von süßen Brotaufstrichen,
  • Einmachgläser,
  • Senfgläser

Glas, das zur Verpackung von Arzneimitteln und Kosmetika diente:

  • Fläschchen für Hustensaft,
  • Nasentropfen oder andere Medizin,
  • Parfüm-Flakons,
  • Deo Roller,
  • Gläschen von Cremes oder Puder,
  • Nagellack-Fläschchen

Wichtig ist die Entsorgung nach Farben getrennt. Glascontainer gibt es für die Farben Weiß, Braun und Grün. Alle Gläser, die nicht eindeutig diesen Farben zuzuordnen sind, gehören in den Behälter für Grünglas. Inzwischen können die Sortieranlagen die Verschlüsse vom Glas trennen. Es ist jedoch viel energiesparender dies schon zuhause zu tun. Der Merksatz meiner Nichte:

Essen und trinken macht gesund und schön. Ohne Deckel und Verschluss kommt alles, was nicht passt, ins Grün.

Leichtverpackungen in den »Gelben Sack /die Gelbe Tonne« – Was gehört hinein?

Alle restentleerten und nicht gespülten Verkaufs-Verpackungen und Verpackungsreste aus:

Kunststoff

  • Becher von Milchprodukten,
  • Eierverpackungen,
  • Obst- und Gemüseschalen aus Schaumstoff,
  • Styroporverpackungen, Frischhalte- und Einwickelfolien,
  • Einkaufstüten, Plastikbeutel,
  • Luftpolsterfolie,
  • Blisterverpackungen z.B. von Tabletten, Flaschen oder Dosen von Spül-, Wasch- und Körperpflegemitteln, Tuben für Zahnpasta, Salben u.ä., leere Farbeimer- dosen und -tuben, CD, CD-ROM und DVD-Verpackungen

Metall (Weißblech und Aluminium)

  • Getränke- und Konservendosen, Aluminiumschalen, -dosen, -deckel auch die Joghurtdeckel aus Aluminium,
  • Kronkorken,
  • leere Spraydosen,
  • ausgedrückte Tuben z.B. Senf- oder Tomatenmark,
  • Schokoladenfolie,
  • leere Farb-und Lackdosen

Verpackungen aus unterschiedlichen Materialien = Verbundstoff

  • Milch-und Saftkartons,
  • Kaffee- und Vakuumverpackungen,
  • Suppentüten,
  • Tüten für losen Tee,
  • Kakaodosen,
  • beschichtete Pizza-Kartons,
  • beschichtetes Papier (Butterbrot- u. Backpapier),
  • Bonbonpapier

Warum die Behälter für diese Wertstoffe gelb sind? Auch dafür hat meine Nichte eine simple Erklärung. Gelb ist die Farbe der Sonne. In der Sonne fühlen wir uns locker und leicht. Da es sich hier um Leichtverpackungen handelt ist die Farbe gut gewählt, findet sie. Ihr Merksatz:  

Die leichte Verpackungswelt aus Plastik, Metall und Gemischtem, dem Gelben Sack gefällt.

Bioabfall in die »Braune oder Grüne Tonne« – Was gehört zum Bioabfall?

kompostierbare Abfälle aus Küche und Haushalt

  • Topf-und Balkonpflanzen (Reste von Fleisch, Wurst und Fisch, Gräten und Knochen, aber nur wenn es Ihre Kommune erlaubt – ein Aufruf in unserer wohindamit-Datenbank schafft schnell Klarheit.)
  • ungenießbar gewordene Lebensmittel (ohne Verpackung),
  • Naturrinde vom Käse,
  • Milchprodukte,
  • Kaffeesatz und Teesud samt Filter und Papierbeutel,
  • Brot- und Backwarenreste,
  • gekochte Speisereste,
  • Eier- und Nussschalen,
  • Schalen von Bananen und Zitrusfrüchten,
  • Obst- und Gemüseabfälle,

kompostierbare Abfälle aus Garten und Grünflächen

  • Grasschnitt,
  • Baum- und Strauchschnitt,
  • Laub, Nadelstreu,
  • Unkraut,
  • Reisig,
  • Stängel,
  • Pflanzenreste,
  • Gestecke,
  • Schnitt- und Topfblumen (ohne Töpfe und Bindedrähte),
  • Fallobst,
  • Blumenerde

sonstige organische Abfälle

  • Küchenpapier,
  • Papierservietten,
  • Eierpappkartons,
  • Zeitungspapier zum Einwickeln des Bioabfalls,
  • Federn,
  • Haare,
  • Hobel- und Sägespäne aus unbehandeltem Holz, Holzasche

Die Farbe der Tonne ist absolut passend gewählt, mühelos zu erinnern. Der Merksatz ist wieder in einen Reim gefasst:

Reste vom Kochen, Backen, Braten, Grünes und Laub aus dem Garten. Gar Schmutzpapier, Federn und Haar schluckt die Braune Tonne wunderbar.

Restmüll in die »Graue oder Schwarze Tonne« – Was gehört zum Restmüll?

Nicht verwertbarer Hausmüll:

  • Staubsaugerbeutel,
  • Kehricht,
  • verschmutzte Hygieneartikel und Windeln,
  • Papiertaschentücher,
  • Glühbirnen,
  • Gummireste,
  • zerbrochenes Porzellan,
  • Keramik,
  • Steingut und Glas (keine ,
  • Asche,
  • Filzstifte,
  • Kugelschreiber,
  • Radiergummi,
  • Anspitzerabfall,
  • Kohlepapier,
  • unbrauchbare Stoffreste,
  • Lumpen und Lappen,
  • Zigarettenkippen,
  • Fotos,
  • Filmnegative,
  • Dias,
  • Einwegfeuerzeug,
  • Tapetenreste,
  • Teppichreste,
  • verpackungsfremde Kunststoffe wie Plastikspielzeug oder Zahnbürsten,
  • Katzenstreu
Graue Tonne Harald Heinritz_abfallbild

@Harald Heinritz abfallbild.de

Hier passt die Farbe der Tonne wie der Deckel zum Topf. Der Merksatz ist kurz und knapp:

Den grauen Rest, der noch übrig bleibt, sich die schwarze Tonne einverleibt. 

Mir helfen die Sätze. Und mit Phantasie und stetiger Routine wird das Müll trennen sicher auch für Sie ein Kinderspiel. Alles zu BatterienElektro(-nick)-Altgeräten und auch Leuchtmitteln habe ich schon einmal erklärt. Demnächst werde ich noch über Sperr- und Sondermüll berichten.

Warum die ganze Mülltrennerei?

Wenn ich ehrlich bin, auch wenn es mir inzwischen leicht fällt den Müll richtig zu trennen, geht mir das ganze Thema manchmal auf die Nerven. Es kostet meine Zeit und Energie, sogar mein Geld (Müllgebühren, Kostenaufschlag bei Verpackungen für den Gelben Sack). Zudem trenne ich den Müll zuhause auch noch kostenlos vor. Dennoch »es ist nicht umsonst«. Müll richtig trennen ist nachhaltig. Wertvolle Ressourcen werden geschont. Die Umwelt wird vor noch mehr Zerstörung bewahrt. Nicht zuletzt spart das Müll trennen Geld. Ja, auch wenn andere mit meinem Müll Geld verdienen, so geht ein Teil der Erlöse in Form von niedrigen Müllgebühren an uns Bürger zurück. Außerdem können die im Müll noch enthaltenen Wertstoffe, durch die sorgfältige Abfalltrennung, wieder verwertet werden. Das spart ebenso Kosten.

Allerdings steht für mich außer Frage, am effektivsten ist die Vermeidung von Müll. Denn der abfallarme Einkaufe, vor allem bei Verpackungen, schont unsere Umwelt. Ansonsten ist Müll richtig trennen die bessere Wahl, als alles in eine Tonne zu werfen und zu verbrennen. Den Müll richtig trennen ist umweltfreundlich, ressourcenschonend und kostensparend.