Schadstoffe im Haushalt - 10 wichtige Tipps zu Umgang und Entsorgung -

Schadstoffe im Haushalt – 10 wichtige Tipps zu Umgang und Entsorgung

Fotolia Schadstoffe im Haushalt – 10 wichtige Tipps zu Umgang und Entsorgung Frau mit Putzmittelflasche©Fotolia.com- photo 5000

Schadstoffe im Haushalt Segen und Fluch zugleich. Sie dienen als kleine Helferlein in sehr vielen Bereichen des Lebens. Wissen Sie wo überall Schadstoffe im Haushalt zu finden sind? Die Produkte oder ihre Reste haben im Restmüll nichts verloren. Denn Schadstoffe sind Sondermüll. Aber auch schon der Umgang mit solchen Artikeln bedarf einer gewissen Sorgfalt.

In diesem Beitrag kümmere ich mich um einige dieser ätzenden, gesundheitsgefährdenden oder umweltgefährdenden Schadstoffe im Haushalt. (Meine Güte, was für Zungenbrecher diese Schadstoff-Worte sind.) Sie erhalten Tipps im Umgang mit diesen Stoffen. Und zuletzt erfahren Sie wie Sie die Schadstoffe richtig entsorgen.

Schadstoffe im Haushalt – Aufbewahrung und Umgang

1. Heben Sie alle Produkte, die Schadstoffe enthalten für Kinder unzugänglich auf. Sie erkennen die Artikel an den Symbolen auf der Verpackung.

2. Bewahren Sie problematische Produkte immer in den Originalbehältern auf.

3. Mischen Sie niemals Reste von schadstoffhaltigen Produkten miteinander. Es besteht die Gefahr das giftige Gase entstehen. Für eine fachgerechte Entsorgung ist es zudem wichtig zu wissen, welchen Stoff Sie zurückgegeben.

4. Füllen Sie Reste von Artikeln mit Schadstoffen keinesfalls in ehemalige Lebensmittelverpackungen (Getränkeflaschen o.ä.). Denn manchmal kommt es wirklich dümmer als Sie denken. Die Gefahr der Vergiftung durch Schadstoffe im Haushalt ist nicht gering.

5. Kommt es doch zu einer Vergiftung, rufen Sie sofort den Giftnotruf Ihres Bundeslandes oder die Feuerwehr (112) an.

Schadstoffe im Haushalt, Gefahrensymbole und ihre Bedeutung

Fotos von http://www.reach-compliance.ch

Umgang mit Putzmitteln, Reinigern und andere Haushaltschemikalien

6. Lüften Sie immer während und nach dem Putzen, so dass austretenden Dämpfe der Reinigungsmittel nicht in die Atemwege gelangen, da sie teilweise giftig und ungesund für Ihre Schleimhäute sind.

7. Dosieren Sie auch deshalb so gering als möglich.

8. Tragen Sie Handschuhe beim Putzen. So vermeiden Sie Hautreizungen. Waschen Sie danach Ihre Hände und cremen sie ein.

9. Achten Sie beim Kauf der Reinigungsmittel auf die Gefahrensymbole und Warnhinweise auf der der Verpackung. Sie zeigen an, welche Mittel  ätzend, reizend, gesundheitsgefährdend oder leicht entzündlich sind. Befolgen Sie die Gebrauchs- und Entsorgungsanweisungen genau.

10. Auch wenn extra Spezialreiniger super Reinigungsergebnisse versprechen, sind sie doch recht überflüssig. Ich halte es mit meiner Großmutter. Denn sie traute all dem neumodischen Zeug nicht. Dennoch waren ihr Backofen oder die Toilette immer sauber. Ein umweltschonender Allzweckreiniger genügt.

Gebrauch und Lagerung weiterer Schadstoffe im Haushalt

Neben den schadstoffhaltigen „fleißigen Helfern“ zur Reinhaltung Ihrer vier Wände finden sich noch so manch andere Schadstoffe im Haushalt.

Batterien und Akkus

Aus unserem Alltag sind diese Energiespender nicht mehr wegzudenken. In ihnen stecken viele Wertstoffe wie Aluminium, Lithium und Silber. Doch andere mögliche Inhaltsstoffe wie Quecksilber, Blei und Cadmium sind giftig und gefährden bei falschem Umgang die Umwelt.

  • Bewahren Sie Batterien am besten in der Originalverpackung auf.
  • Schützen Sie die Batterien und Akkus vor Feuchtigkeit und Hitze. Für die Lagerung und den Einsatz von Batterien sind 10 bis 25°C ideal. Wenn Sie Lithium-Batterien oder Lithium-Ionen-Akkus größeren Temperaturschwankungen aussetzten besteht die Gefahr der Entzündung.
  • Werfen Sie Batterien nicht ins Feuer oder erhitzen sie (Explosionsgefahr, giftige Dämpfe).
  • Öffnen Sie niemals eine Batterie.
  • Verhindern Sie das Auslaufen. Wenn Sie Akkus in einem Gerät vergessen, können sie „tiefentladen“. Da die auslaufenden Elektrolyte leicht ätzend sind, waschen Sie die Hände und Hautstellen bei Kontakt gründlich ab. Sicherheitshalber suchen Sie bei Augenkontakt  einen Arzt auf.

Energiespar- und Leuchtstofflampen

sind Entladungslampen und um zu funktionieren, enthalten sie alle das gesundheitsschädliche Quecksilber. Weil die Technik sich stark verbessert werden die Mengen des eingesetzten Quecksilbers zum Glück immer geringer. Dennoch beachten Sie folgende Hinweise, wenn eine Lampe zu Bruch geht.

  • Ist die Lampe in einer Leuchte zerbrochen trennen Sie diese vom Stromnetz. Dadurch verhindern Sie Stromschläge.
  • Öffnen Sie direkt nach dem Bruch der Energiesparlampe die Fenster.
  • Verlassen Sie den Raum und schließen Sie die Tür.
  • Lüften Sie den Raum für 20 Minuten.
  • Zum Einsammeln der Scherben ziehen Sie besser Haushaltshandschuhe an, dass schützt Sie vor scharfen Glassplittern.
  • Die Bruchteile geben Sie in ein leeres, gut verschließbares Glas. Wenn Sie das Gefäß mit „quecksilberhaltiger Lampenbruch“beschriften, hilft das bei der richtigen Entsorgung. Auch Lampenbruch gehört zum Schadstoffmüll. Die Scherben haben nichts im Restabfall oder im Altglas zu suchen.

Entsorgung von Schadstoffen aus dem Haushalt

Alle Produkte mit Schadstoffen gehören nicht in den Hausmüll. Wenn diese in die Umwelt gelangen, können sie Pflanzen und Tiere schädigen und sich in der Nahrungskette anreichern. Bitte entsorgen Sie alle schadstoffhaltigen Altprodukte separat über Ihre Schadstoff -Annahmestellen oder geben sie an den Handel zurück. Was gehört wohin?

grüne Sammelbox der STIFTUNG GEMEINSAMES RÜCKNAHMESYSTEM BATTERIEN

Foto: www.grs-batterien.de

Batterien und Akkus

  • Gebrauchte Batterien bringen Sie in die Batterie-Sammelboxen im Handel oder zur kommunalen Schadstoff-Sammelstelle. Werfen Sie Batterien nie in den Restmüll.

Elektro-Altgeräte, Elektronik-Altgeräte

  • Seit dem 24. Juli 2016 ist der Handel verpflichtet bei Neukauf das alte Gerät entgegenzunehmen. Kleine Geräte, wie Toaster oder Bügeleisen, können Sie auch ohne Neukauf in jedem Geschäft, das Elektro- bzw. Elektronikgeräte anbietet, abgeben. Die genauen Regelungen dazu sind Gesetz zu alten Elektrogeräten festgelegt.
  • Ebenso können können Sie E-Schrott an den kommunalen Sammelstellen entsorgen. In unserer Sortierhilfe finden Sie genaue Informationen, falls Ihre Kommune schon gelistet ist.

Farben, Lacke, Terpentin etc. 

  • Flüssige Farb- und Lackreste und Terpentin müssen Sie an den städtischen Schadstoff-Sammelstellen abgeben. Dort werden Sie der fachgerechten Entsorgung zugeführt.
  • Eingetrocknete Wandfarbe und Kleister können Sie über den Hausmüll entsorgen.

Spezialreinigungsmittel (z.B. Backofenreiniger, Fleckentferner, Sanitärreiniger)

http://www.wohindamit.de/wp-content/uploads/2017/11/Flaschen_mit_Reinigungsmittel_pixabay.jpg

Foto: pixabay

  • Behälter mit Resten bringen Sie bitte zur kommunale Schadstoffsammlung. 
  • Sind die Verpackungen vollständig entleert gehören Sie in den gelben Sack oder die gelbe Tonne. 

Reinigungsmittel und andere Haushaltschemikalien (auch Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel)

  • Reste gehören zur kommunale Schadstoffsammlung. 
  • Vollständig entleerte Gefäße werfen Sie in den gelben Sack oder die gelbe Tonne. 

Pflegemittel und Verbrauchsmittel für das Auto (z.B. Politur oder Frostschutzmittel)

  • Noch halbvolle Tuben oder Behälter gehören zur kommunale Schadstoffsammlung. 
  • Vollständig entleerte Gefäße bitte in den gelben Sack oder die gelbe Tonne. 

Energiespar- und Leuchtstofflampen bringen Sie zum Handel oder zur kommunalen Schadstoff-Sammlung.

Natürlich ist die Liste nicht vollständig! Haben Sie „Ihren Schadstoff“ aus dem Haushalt nicht gefunden, schauen Sie in unserer Sortierhilfe nach.

Medikamente zum Sondermüll?

  • Laut Bundesgesundheitsministerium gelten Altmedikamente als „Siedlungsabfall“. Von daher dürfen Sie Ihre Altmedikamente im Restabfall entsorgen. Aber auf keinen Fall über Waschbecken oder Toilette. Denn das ist verboten, weil es die Gewässer belastet.
  • Bisher gibt es noch unterschiedliche Reglungen in den Kommunen zur Entsorgung (Restmüll, Schadstoff-Sammlung oder „Medi-Tonne“). Schauen Sie in unserer Sortierhilfe. Wenn Ihre Kommune schon dabei ist finden Sie detaillierte Informationen.
    Außerdem hat das Umweltbundesamt hat einen Film über die Entsorgung alter Arzneimittel veröffentlicht. Darin gibt es ebenfalls Hinweise zur Entsorgung.

Die Deutsche Umwelthilfe sieht ein Problem bei der Entsorgung von alten Medikamenten und forderte im August 2017 die Einführung eines bundesweit einheitlichen Medikamenten-Sammelsystems in Apotheken.

Geht es auch ohne?

Und nun noch die Frage ob es nicht Alternativen zu all den Chemikalien und Schadstoffen im Haushalt gibt? Ja, die gibt es fast immer. Darüber freuen sich Umwelt wie ihr Portemonnaie. Lesen Sie unseren Artikel zum umweltfreundlichen Frühjahrsputz. Dort finden Sie wertvolle Tipps.