Die 14 häufigsten Fehler beim Müll trennen

Fehler beim Müll trennen - Junge Fragezeichen

Ich weiß, die Mülltrennung bei uns in Deutschland ist manchmal eine kleine Wissenschaft für sich. Manche haben deshalb gar keine Lust, den Müll überhaupt zu trennen. Sie werfen alles zusamen in die Restmülltonne und fertig. Andere dagegen sind regelrechte Trenn-Profis. Aber selbst ihnen unterlaufen Fehler. Und wieder andere bemühen sich zwar redlich keine Fehler beim Müll trennen zu machen, doch sie tappen immer in die gleichen Fallen. Die häufigsten Fehler beim Müll trennen habe ich hier zusammengetragen.

1. Fehler  – Jede Art von  Glas zum Altglascontainer bringen!

Nein, nur Altglas, welches als Verpackung für Lebensmittel, Getränke, Arzneimitteln und Kosmetika diente, gehört in die Altglascontainer. Ob Trinkglas, Behälter aus Bleikristall (z. B. Aschenbecher, Weingläser oder Blumenvasen) oder feuerfestes Glasgeschirr, die haben im Altglas nichts verloren. Sie würden das Altglas beim Einschmelzen verunreinigen. Deshalb gehören dies Glasarten in den Restmüll. Sollten Sie noch ein komplettes Set von Gläsern oder ein ganzes Service loswerden wollen können Sie es verschenken oder verkaufen.

Übrigens achten Sie unbedingt auf die Trennung nach Farben. Die Glascontainer stehen für die Farben Weiß, Braun und Grün zur Verfügung. Farbiges Glas, das nicht eindeutig diesen Farben zuzuordnen ist, gehört in den Behälter für Grünglas.

Und noch etwas: Auch wenn die Sortieranlagen die Verschlüsse inzwischen vom Glas trennen können, lassen Sie diese nicht auf den Gefäßen. Es viel energiesparender dies schon zuhause zu tun. So Die Verschlüsse dann in den Gelben Sack/die Gelbe Tonne werfen.

2. Fehler  – Backpapier ins Altpapier werfen!

Nein, Backpapier ist beschichtet und gehört deshalb in den Restmüll. Durch die Beschichtung lässt es sich nicht in Wasser lösen. Deshalb ist Backpapier für das Papierrecycling nicht geeignet. Das gilt übrigens für alle mit Kunststoff beschichteten Papiere, oberflächlich oder in der Zwischenschicht. Das können komplette Hochglanzmagazine oder nur der Umschlag von Katalogen oder Magazinen sein. Oft sind auch die Verpackungen für Kopierpapier und Geschenkpapier beschichtet. Ganz sicher sind es Fotopapier, das Silberpapier aus Zigarettenpackungen und Tiefkühlverpackungen, bei denen das Gefriergut nicht zusätzlich verpackt ist. Ich weiß, wer soll das als Normalbürger das alles so genau wissen. Da sind Fehler beim Müll trennen fast vorausprogrammiert.

Deshalb mein Tipp: Verwenden Sie beschichtete und behandelte Papiere nur, wenn es zwingend notwendig ist. Gerade Backpapier kann man sich oft sparen. Viele Backbleche haben heute eine entsprechende Versiegelung, die Backpapier oft überflüssig macht. Und Butterbrotpapier ist auch nicht unbedingt nötig. Eine Pausenbrotdose aus Edelstahl tut es allemal besser, als Butterbrotpapier und Plastiktüte.

3. Fehler  – Joghurtbecher vor dem Wegwerfen ausspülen!

Ja, ich weiß es scheint hygienischer und so manches Mal erwische ich mich selbst dabei. Doch es ist absolut nicht nötig die Joghurtbecher oder andere Verpackungen aus Plastik auszuspülen, bevor sie im Gelben Sack bzw. in der Gelben Tonne landen. Der Müll wird in der Verarbeitung zur Wiederverwertung sowieso irgendwann gereinigt. Es genügt völlig wenn die Becher löffelrein bzw. tropffrei sind.

Ein viel größerer Fehler beim Müll trennen ist es, die Deckel aus Aluminium nicht vom Plastik zu trennen. Denn in der Sortieranlage kann Metall nur einzeln aussortiert werden. Da immer nur ein Material erkannt wird. Das Metall würde so im Recyclingprozess verloren gehen. Also bitte diesen Fehler beim Müll trennen nicht begehen.

Wussten Sie, dass seit 2009 für die Hersteller keine Pflicht mehr besteht ihre Verpackungen zu kennzeichnen (Grüner Punkt oder ähnliche Zeichen)? Das bedeutet Sie können alle Verpackungen aus Kunststoff, Metall oder Verbundstoff im Gelben Sack oder der Gelben Tonne sammeln, egal ob ein Zeichen des Dualen Systems darauf zu finden ist oder nicht. Es dürfen aber nur Verpackungen hinein. (In den Kommunen mit Werstofftonne dürfen allerdings auch stoffgleiche Produkte, die Töpfe aus Blech oder Plastikspielzeug hinein.)

4. Fehler  – Papiertaschentücher  ins Altpapier werfen!

Nein, benutzte Papiertaschentücher, Servietten und Küchenpapier gehören aus hygienischen Gründen in den Restmüll. Da Taschentücher, Servietten und auch Küchenpapier mit möglichen Krankheitserregern in Berührung gekommen sein können.

Wenn Sie ganz sicher sind, das Küchenpapier nur zum wegwischen von Flecken, Essensresten oder Fettspritzern benutzt zu haben, darf es in den Biomüll. Allerdings geht die Welt nicht unter, wenn Sie alle gebrauchten Taschentücher, Servietten und Küchenpapiere in den Restmüll werfen. Ebenso gehören stark verschmutzte Papiere und aufgeweichte Pappe in den Restmüll. Eine Aufbereitung dieser Papiere ist nicht mehr möglich.

Tipp 1: Verwenden Sie Hygienepapiere, die ausschließlich oder zumindest aus einem großen Teil aus Recyclingpapier hergestellt wurden.

Tipp 2: Verzichten Sie vollkommen auf Küchenpapier. Ausgediente T-Shirts und Geschirrhandtücher erledigen die Arbeit von Küchenpapier hervorragend.

5. Fehler – Abgelaufene Medikamente zurück in die Apotheke!

Nein, auch wenn landläufig davon ausgegangen wird sind Arzneimittel kein Sondermüll. Sie zählen zum Siedlungsabfall und dürfen deshalb in den Restmüll. Dennoch gibt es keine einheitliche Regelung, wie alte Medikamente entsorgt werden müssen. Nur bei einigen Arzneimitteln ist auf dem Beipackzettel festgelegt, wie sie zu entsorgen sind. Für Apotheken besteht übrigens keine Pflicht zur Rücknahme. Trotzdem bieten viele Apotheken diesen Service an. Einfach nachfragen.

Viele Städte und Gemeinden bieten neben der Entsorgung über den Restmüll weitere Möglichkeiten wie Schadstoffsammelstellen, Schadstoffmobile oder Medi-Tonnen an. Schauen Sie in unsere wohindamit-Datenbank.

Absolut verboten ist die Entsorgung übers Abwasser. Medikamente haben nichts in der Toilette verloren. Hormone oder Antibiotika bleiben im Abwasser und können in den Kläranlagen nicht abgebaut werden. Außerdem sollten Sie Spritzen und Injektionsnadeln niemals ohne einen Schutz in die Mülltonne geben.

Und noch ein Hinweis: Mechanische Thermometer, die Quecksilber enthalten, gehören zum Sondermüll.

6. Fehler  – Kassenbons und Fahrkarten gehören ins Altpapier?

Ein eindeutiges JEIN ;). Es ist abhängig aus welchem Material die Fahrkarten und Kassenbons bestehen. Grundsätzlich müssen alle Kassenbons und  Fahrkarten, die mit Bisphenol-A beschichtet sind, über den Restmüll entsorgt werden. Dies sind sogenannte Thermopapiere, und die gehören in den Restmüll und nicht ins Altpapier. Da wir manchmal nicht so einfach erkennen können, ob die Bons beschichtet sind, ist es kein Fehler beim Müll trennen, sie über den Restmüll zu entsorgen, als das Altpapier zu verunreinigen.

7. Fehler  – Kunststoffbecher zum Platz sparen ineinander stapeln!

Ehrlich gesagt, als ich noch viel mehr Plastik gebrauchte habe ich genau das gemacht. Die Anzahl der gelben Säcke, die einem zur Verfügung stehen sind ja begrenzt. Doch das ist falsch. Kunststoffbecher für Joghurt, Quark oder andere Lebensmittel müssen die Sortieranlage einzeln durchlaufen. Denn für uns ist nicht ersichtlich aus welcher Art von Kunststoff die jeweilige Verpackung besteht. Nur wenn sie lose in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne geworfen werden, können die unterschiedlichen Kunststoffe nach ihrer Art in der Sortieranlage aussortiert werden.

8. Fehler – Briefumschläge mit Fenster gehören ins Altpapier!

Nein, das ist falsch. Auch wenn die Fenster von Briefumschlägen laut INGEDE e. V. im Altpapier nicht stören, so haben laut BMUB Briefumschläge mit Kunststofffenstern (Polystyrol) im Altpapier nichts zu suchen. Sind die Fenster des Kuverts aus Pergamin (das löst sich auf) sind sie erlaubt.

Allerdings sind die Klebstoffe von selbstklebenden Kuverts und von Aufklebeetiketten sehr problematisch. Da der Latexgummi von selbstklebenden Umschlägen die Maschinen verstopfen kann.

Übrigens Briefumschlägen mit Luftpolsterfolie gehören auch in die Restmülltonne. Denn man kann die Folie nie völlig vom Papier trennen.

Tipp 1: Schneiden oder reißen Sie die Fenster, egal ob Pergamin oder Polystyrol, aus dem Umschlag und entsorgen diese im Restmüll. (In den Kommunen mit erweiterter Wertstofftonne können Sie den Kunststoff dort hinein geben.)

Tipp 2: Den Selbstklebeverschluss abreißen und im Restmüll entsorgen. Das gleiche gilt für die Adressetiketten. Verwenden Sie nassklebende Kuverts und schreiben Sie die Adresse direkt auf den Briefumschlag – ohne Aufkleber. Heutzutage ist es auch bei Massensendungen kein Problem die Umschläge direkt zu bedrucken.

9. Fehler  – Elektrokleingeräte dürfen mit in den Restmüll

Nein, egal wie groß oder klein ein Elektrogerät ist, es gehört niemals in den Restmüll. Allerdings wird auch dieser Fehler beim Müll trennen noch häufig begangen, da es oft lästig erscheint die Kleinteile extra zu entsorgen. Das Elektrogesetz schreibt vor, dass der Handel Elektrogeräte bis zu einer Kantenlänge von 25 cm zurücknehmen muss. Das bedeutet Sie als Verbraucher müssen dem Rechnung tragen, sonst machen sie sich gar strafbar.

10. Fehler – Pizzakartons und Co gehören ins Altpapier!

Nein, denn Pizzakartons sind häufig auch mit fettabweisenden Beschichtungen versehen. Außerdem sind sie oft mit Lebensmittelresten verunreinigt. Deshalb gehören sie zum Restmüll. Das gilt übrigens für alle beschmutzten Pappen oder Papiere. Ob Tiefkühlverpackungen, die Reste von Lebensmitteln enthalten oder Pappteller und Servietten, sie gehören in den Restmüll. Also alle Kartonagen, die mit Speiseresten verunreinigt sind, beispielsweise Rückstände von Tiefkühlgemüse, Kuchen oder Obst, dürfen nicht uns Altpapier. Dieser Papierabfall gehört in den Restmüll.

11. Fehler  – CD’s und DVD’s dürfen in den Gelben Sack!

Das ist immer noch ein häufiger Fehler beim Müll trennen. Auch wenn CDs und DVD’s`zum größten Teil aus Kunststoff bestehen, dürfen sie nicht in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne. Erstens sind sie keine Verpackung und zweitens haben sie eine dünne Metallschicht. Auf den kommunalen Wertstoffhöfen, im Handel oder in verschiedenen städtischen Einrichtungen gibt es spezielle Boxen, in denen sie gesammelt werden. Für sie wird dann ein spezielles Recyclingverfahren angewendet, um die Rohstoffe zu trennen und wieder zu verwerten.

Hinweis: Die CD-Hüllen bestehen zwar aus Kunststoff, sind aber keine Verkaufsverpackung, sondern Bestandteil des Produkts. Deshalb müssen sie über den Restmüll entsorgt werden. Ich weiß, es ist nicht leicht keine Fehler beim Müll trennen zu machen,;) Und dann gibt es Städte mit Wertstofftonne, und die müssen die Hüllen in diese Tonne werfen.

12. Fehler – Aktenordner gehören grundsätzlich in den Restmüll!

Man könnte meinen, wegen der verschiedenen Materialen ist es besser den gesamten Aktenordner komplett im Restmüll zu entsorgen. Ist einfach und macht keinen Stress. Theoretisch ist das sogar richtig. Dennoch, es ist es besser für die Umwelt die Trennung der einzelnen Komponenten vor der Entsorgung per Hand vorzunehmen. Und danach die einzelnen Bestandteile entsprechend zu entsorgen. Die Hülle besteht entweder aus Kunststoff oder Papier bzw. einem Pappkern mit Kunststoffüberzug. Im Inneren befindet sich die Hebelmechanik, die aus Metall besteht. Manche Aktenordner haben auch noch Grifflöcher und Kantenschutz, die auch aus Metall bestehen. Der letztendliche Entsorgungsweg ist abhängig vom Material.

Ordner aus Kunststoff oder mit Kunststoffüberzug können Sie nur über die Restmülltonne entsorgen. In den Kommunen, wo es die erweiterte Wertstofftonne gibt, können Sie Metall und Kunststoff noch voneinander trennen und separat in die Tonne werfen. Bei Aktenordnern aus Pappe wählen Sie, trotz der Mehrarbeit, die umweltfreundliche Entsorgung über die Papiertonne. Entfernen sie vorher alle Metallteile. Diese gehören dann in den Restmüll.

Übrigens gibt es spezialisierten Firmen, die besonders für gewerbliche Unternehmen, die Akten und Aktenordner im großen Umfang entsorgen. Außerdem sollten Unternehmen die Möglichkeiten der digitalen Archivierung nutzen und Aktenordner nur noch in geringen Mengen für das laufende Geschäft.

13. Fehler  – Alle Kunststoffprodukte dürfen in die Gelbe Tonne bzw. den Gelben Sack!

Nein, das ist nur in den Kommunen mit erweiterter Wertstofftonne erlaubt. Sonst müssen bundesweit bisher alle Kunststoffprodukte im Restmüll entsorgt werden. Hier gilt die Regel: In den Gelben Sack/die Gelbe Tonne gehören ausschließlich Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Metall oder Verbundstoffen (Verpackungen, die aus zwei verschiedenen, miteinander verbundenen Materialien bestehen). Daran hat auch das neue Verpackungsgesetz nichts geändert.

14. Fehler – Fleisch gehört nicht in die Biotonne!

Viele glauben, da Fleisch Ungeziefer anlocken könnte gehört es nicht in die Biotonne. Und in manchen Kommunen wird das auch verboten bzw. ist es mit Auflagen verbunden. Doch grundsätzlich gehört Fleisch, laut Umweltbundesamt in den Biomüll. Wer seine Tonne richtig verschließt, muss sich vor Ungeziefer nicht fürchten.
Dennoch müssen Sie sich beim örtlichen Entsorgungsträger informieren. Z.B. kann für Fleisch- oder Fischreste gelten, diese in Zeitungspapier einzuwickeln, bevor sie in die Biotonne kommen.

Noch ein Fehler beim Müll trennen, der keiner ist, aber Fragen aufwirft. Alufolie gehört in den Restmüll!

Da Alufolie ein wertvoller Rohstoff ist gehört sie theoretisch, wie Kronkorken, Schraubverschlüsse und Konservendosen aus Metall, in die Gelbe Tonne beziehungsweise in den Gelben Sack. Doch der gelbe Sack, der Teil des Dualen Systems Deutschlands ist, finanziert sich über Abgaben der Verpackungsindustrie. Das bedeutet die Unternehmen, die Verpackungen in Umlauf bringen müssen dem Dualen System für jede Verpackung eine geringe Summe zahlen. Mit diesen kleinen Beiträgen wird das gesamte Duale System finanziert. Die Hersteller schlagen diese Summe auf den Verkaufspreis. So tragen wir als Verbraucher die Kosten des Dualen Systems.

Deshalb dürfen auch nur die Verpackungen in den gelben Sack bzw. die Gelbe Tonne, die Sie als Verkaufsverpackung erstanden haben. Alufolie zum Verpacken darf also nicht in den gelben Sack, sondern gehört streng genommen in den Restmüll.

Ausnahmen bestehen in den Kommunen mit Wertstofftonne. Hier können Sie die Alufolie auch in die Wertstofftonne geben.

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