Welcher Bioabfall darf wirklich in die Biotonne?

Welcher Bioabfall darf wirklich in die Biotonne?Bild: Helene Souza, pixelio.de

Ente es hat umwerfend lecker geschmeckt. Der Entenbraten war gefüllt mit Apfel und Beifuß. Im Bräter köchelten noch Zwiebeln und Knoblauch mit. Dazu gab es Kartoffelspitzen und Möhren-Fenchelgemüse. Doch wohin gehören nach dem herrlichen Mahl die Gemüseschalen und die übriggebliebenen Essensreste?

Was gehört denn nun rein in die Biotonne und warum? Dürfen gekochte Essensreste samt Knochen ebenso wie die Gemüseschalen in der Biotonne entsorgt werden?

Welche Abfälle genau in Ihre Biotonne dürfen, beantwortet die Abfallsatzungen Ihrer Kommune. Im Klartext bedeutet das, es gibt keine einheitliche bundesweite Regelung.

Um zu erfahren, welcher Bioabfall in Ihrer Kommune in die Tonne darf, schauen Sie am besten in unsere Sortierhilfe. Geben Sie Ihre Postleitzahl ein und den Bioabfall, den Sie entsorgen möchten. Dann erhalten Sie schnell eine Antwort ob dieser Artikel nun als Biomüll in die Biotonne gehört oder nicht.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) hat eine unverbindliche Liste veröffentlicht, die als grobe Richtlinie auch schon weiter hilft:

dazu gehören Gartenabfälle wie:

  • Hecken- und Strauchschnitt
  • Baumschnitt, Baumrinde, Baumzweige
  • Rasenschnitt
  • Laub
  • verwelkte Blumen
  • Stauden und Unkräuter
  • Moos
  • Topf- und Schnittblumen
  • Balkonpflanzen
  • eingegangene Zimmerpflanzen

und Küchenabfälle wie:

  • Gemüsereste, Gemüseabfälle (z.B. Kartoffelschalen)
  • Salatreste, Salatabfälle
  • Obstreste, Obstschalen (auch von Südfrüchten, Zitrusfrüchten)
  • Kaffee-Filtertüten, Kaffeesatz
  • Teebeutel, Teereste
  • Knochen (haushaltsübliche Mengen)
  • Käsereste ohne Rinde außer Naturrinde
  • Milchproduktreste (keine Milch)
  • Eierschalen
  • Nußschalen

Was gehört auf keinen Fall in die Biotonne?

•  Störstoffe:  Verpackungsreste, Glasscherben, Küchenfolie, Steine, Blumentöpfe und Plastiksäcke aus dem Garten.
Warum? Je höher die unverottbaren Störstoffanteile im Ausgangsmaterial sind, desto schlechter ist die Qualität des späteren Kompostes.

Der nach der Kompostierung von sortenreinen Bioabfällen entstehende Kompost ist ein wertvoller Naturstoff, der zur Bodenverbesserung und -Düngung eingesetzt werden kann. Aufgrund seiner grobkrümeligen Struktur sorgt er für einen ausgeglichenen Luft-, Wasser- und Nährstoffgehalt im Boden und bewirkt ein gesundes Pflanzenwachstum.

Und wie sieht es mit den Knochen unseres Entenbratens aus?

Da gibt es in den Kommunen  unterschiedliche Regelungen. Wohnen Sie in Köln, können Sie die Knochen beruhigt in die Biotonne werfen. Haben Sie den Entenbraten in Düsseldorf verzehrt, müssen Sie die Knochen in den Restmüll werfen. Also schauen Sie am besten in unsere Abfalldatenbankatenbank.

Gehört Kleintierstreu in die Biotonne?

Wenn Kleintierstreu von der kommunalen Entsorgung in der Biotonne ausgenommen wird, kann das unterschiedliche Gründe haben. Beispielsweise hygienische Bedenken bei der Annahme von Katzenkloinhalten. Laut Anhang 1 der Bioabfallverordnung des BMU sind Tierfäkalien grundsätzlich für die Herstellung von Komposten geeignet. Bei der Entsorung von Kleintierstreu in der Biotonne sollte aber sichergestellt sein, dass es sich bei dem Einstreumaterial um unbehandelte Sägespäne handelt. Unter diesen Bedingungen gibt es auch aus Sicht des Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V. keine Bedenken.

Tipp! Die ökologisch und ökonomisch sinnvollste Art, die Bioabfälle aus Küche und Garten zu verwerten, ist die Kompostierung im eigenen Garten. Wie Sie Kompost anlegen erfahren Sie in unserem Artikel Kompost – organischer Abfall als Gartennahrung oder Sie befragen die Abfallberatung in Ihrer Stadt über die verschiedenen Möglichkeiten Ihres privaten Kompostwerkes!