Glasrecycling: eine unendliche Geschichte! -

Glasrecycling: eine unendliche Geschichte!

Glasrecycling eine unendliche Geschichte - Glas kann beliebig oft eingeschmolzen werden

Glasrecycling ist eine der effektivsten Formen der Wiederverwendung. Mit mehr als zweieinhalb Jahrtausenden ist Glas eines der ältesten Verpackungsmaterialien überhaupt. Eine Glasflasche viele Leben, sie kann beliebig oft recycelt werden. Die Technik von heute macht es möglich. Ohne Qualitätsverlust kann aus Altglas wieder eine neue Flasche hergestellt werden.

Glasrecycling – Glas kann beliebig oft eingeschmolzen werden

In der Praxis wird heute jede Flasche im Durchschnitt zu rund 60 Prozent, bei einigen Farben sogar aus bis zu 90 Prozent Altglas hergestellt. Das ist möglich weil Glas, ohne den geringsten Qualitätsverlust, immer wieder eingeschmolzen werden kann.

Nicht nur in der Behälterglasindustrie, auch in den anderen Glasbranchen, Flachglas und Spezialglasindustrie, werden Altglasscherben wiederverwendet. So wird Altglas unter anderem zu hochwertigem Schaumglas verarbeitet, das im Bau verwendet wird.
Auf jeden Fall bleibt Glas immer Glas.

Glasklar

2013 wurde das anfallende Altglas in Deutschland zu 87,1 Prozent verwertet. Nicht schlecht oder? Das liegt vor allem an dem gut organisierten Sammel- und Rücknahmesystem für Altglas. Jährlich werden rund 2 Millionen Tonnen Altglas in rund 250.000 Altglascontainer gesammelt.

Die tausend Leben einer Flasche

Vom Container zur Altglasaufbereitungsanlage

Die Party ist zu Ende und zahlreiche leere Flaschen warten darauf im nächsten Glascontainer zu landen. Nach 3 Farben sortiert holt diese ein besonderer Lastwagen mit drei verschiedenen Kammern ab. Es klirrt mächtig wenn das weiße, braune und grüne Glas im Laster landet. Ebenso scheppert es, wenn die Flaschen und Gläsern ihren Verarbeitungsweg in der Aufbereitungsanlage antreten.

Der Scherbentanz

Zunächst werden auf einem Förderband Fehlfarben, Porzellan, Keramik und andere Fremdkörper manuell aussortiert. Den nächsten Schritt übernehmen Maschinen. Im Glasbrecher erhält das Glas die optimale Körnung für den Schmelzprozess. In der Siebrinne entfernen Magnete Deckel und andere Metallteile. Auch die restlichen Keramikteile werden hier ausgeschieden. Über Druckluft werden Störstoffe wie Plastik, Papier und andere leichte Materialien heraus geblasen. Und nun tritt das Glasgranulat seinen Weg zur Glashütte an.

Eine ziemlich heiße Nummer

Zwischen 60 und 90 Prozent alten Scherben glühen gemeinsam mit Quarzsand, Kalk und Natriumkarbonat (Soda) in den Schmelzwannen. Bei knapp 1600 Grad Celsius wabert dieses heiße Gemisch im Schmelzofen und schmilzt. Dabei wird bis zu 25 Prozent Energie gespart.

Der Höhepunkt

Die super heiße Glasschmelze fließt kontinuierlich nach. Eine ständig mit Wasser gekühlte Schere schneidet die auslaufenden Tropfen in große Teile. Ein Feuerwerk aus glühende und zischenden Glastropfen folgt. Mit Druckluft über Formen erhalten sie am Ende ihre neue Gestalt als Flasche.

Langsame Abkühlung

Die jetzt noch rot glühenden Flaschen werden in einem Kühlschrank langsam abgekühlt. Das heiße Material steht nämlich noch unter Spannungen und wird so schrittweise ausgeglichen. Durch eine anschließende Oberflächenbehandlung werden die jetzt grünen oder weißen Glasbehälter (je nach Ausgangsmaterial) zusätzlich vor Kratzern geschützt und die Bruchfestigkeit verbessert.

Die beste Seite zeigen

Haben die Flaschen den Kühlofen verlassen werden sie optisch, mechanisch und elektronisch auf Fehler geprüft. Denn schon kleinste Unebenheiten und Risse im Glas, Einschlüsse aus Porzellan oder eine zu geringe Wandstärke machen die Glasbehälter unbrauchbar. Welche neue Flasche hier nicht standhält wird schonungslos aussortiert und zurück in den Schmelzofen geschickt.

Auf Reisen gehen

Wenn die Flaschen die Kontrolle erfolgreich durchlaufen haben werden sie in Gruppen auf Paletten geladen und mit einer Folie überzogen. Der Kreislauf hat sich geschlossen und der Lebenszyklus einer Flasche beginnt von vorn. Denn nun machen sich die so verpackten Einheiten auf die Reise zu den Lebensmittel- und Getränkeherstellern.

Glas bleibt Glas – Die Vorteile des Glasrecycling

Neues Glas wird durch das Schmelzen von Quarzsand, Kalk, Soda und anderer Zuschlagsstoffen gewonnen wird. Pro Tonne Rohglas werden etwa 1,2 Tonnen dieser »Zutaten« verbraucht. Durch den Gebrauch von Altglas zur Glasherstellung wird der Einsatz dieser natürlichen Rohstoff-Ressourcen reduziert.

Insbesondere bei der Sodaherstellung wird durch die hohe Chloridbelastung des Abwassers die Umwelt stark in Mitleidenschaft gezogen. Darüber hinaus werden bei der Glasproduktion neben Staub auch schädliche Schwefelverbindungen, Stickoxide, Fluor- und Chlorverbindungen in die Luft »geblasen«. Ganz zu schweigen vom hohen Energieverbrauch.

Der Einsatz von Altglas reduziert den Energieverbrauch und schont die Umwelt. Durch das Recycling von Glas wird der Energieverbrauchs um 75% reduziert. Denn im Gegensatz zur Verwendung roher Materialien ist die Produktionstemperatur wesentlich niedriger und es wird Öl und Energie gespart. Also ist Glasrecycling absolut lohnenswert ökologisch wie ökonomisch.

Sammeln von Altglas lohnt sich zu 100 Prozent

wenn Sie es richtig sortieren!

  • Bitte beachten Sie, dass nur Verpackungsglas wie Flaschen, Marmeladengläser, Gurken- oder anderer Konservengläser verwertbar sind.
  • Auch pharmazeutische Glasbehälter dürfen in den Sammelcontainer.
  • Am allerwichtigsten ist die strikte Trennung nach Farben:
  • Weiß gehört zu Weiß
  • Braun gehört zu Braun
  • Grün gehört zu Grün
  • Blaues oder andersfarbiges Behälterglas gehört zum Grünglas. Da Grünglas mit anderen Farben gemischt werden kann, ohne dass die Farbe beeinträchtigt wird.
  • Glasverpackungen sollten besser ohne Verschlüsse abgegeben werden. Plastik- oder Metallmanschetten am Flaschenhals oder Papieretiketten müssen Sie nicht entfernen.
  • Fensterglas, Tischplatten aus Glas oder Trinkgläser gehören nicht in die Altglassammlung. Ebenso haben Porzellan- und Tongefäße, aber auch Bleikristalle wie Blumenvasen, Aschenbecher, Wein- oder sonstige Trinkgläser nichts im Glascontainer zu suchen. Sie verunreinigen das Altglas und verteuern wie alle anderen Abfälle die Glasentsorgung unnötigerweise.

Tipp!! Glasrecycling von Einweggläsern ist immer nur die zweitbeste Lösung. Die Mehrwegflasche kann in der Regel bis zu 50 mal wieder befüllt werden, spart also mindestens 50 gleichwertige Einwegflaschen ein! Wo immer es geht: Mehrweg statt Einweg.

 

Quellen: www.was-passt-ins-altglas.de, Bundesverband Glasindustrie e.V.