Was tun, wenn das alte Auto Schrott ist?

Was tun, wenn das alte Auto Schrott ist?

Irgendwann kommt der Augenblick, da macht auch des Deutschen liebstes Spielzeug seinen letzen Atemzug. Wenn das Auto seine Dienste nicht mehr zur Verfügung stellen kann fließen manchmal gar Tränen. Egal ob eine Reparatur nach einem Unfall unwirtschaftlich wäre, das Auto zu alt und nicht mehr verkehrssicher ist und selbst ein Liebhaber keinen Pfennig mehr zahlen würde, dann wird es Zeit – das alte Auto ist Schrott und muss seine letzte Reise antreten.

Das alte Auto sach- und umweltgerecht entsorgen

Laut Kraftfahrt-Bundesamt waren am 1. Januar 2016 auf deutschen Straßen 45,1 Millionen PKW unterwegs. Eines davon fuhr bis vor ein paar Tagen eine gute Freundin von mir. Doch jetzt hatte es sein Alter erreicht und sein Leben gelebt. Sie musste Abschied nehmen. Die Reparaturkosten hätten den Wert des Wagens bei weitem überstiegen. Schweren Herzens entschloss sie sich das Auto zu verschrotten. Sie liebte ihr Fahrzeug so sehr, dass sie es nicht über’s Herz brachte dabei zu sein, als der  Schrott-Verwerter kam um es abzuholen. Auch wenn ich diese Liebe nie so ganz nachvollziehen konnte, tröstete ich sie mit dem Argument, das 85 bis 95%  ihres alten Wagens stofflich verwertet und wiederverwendet werden.

Die Altfahrzeugverordnung macht es möglich. Egal wie alt jeder kann sein Auto kostenlos an den Hersteller oder Importeur zurückgeben. Die  Automobilindustrie, hat sich europaweit verpflichtet, alle alten von Ihnen hergestellten und ausgedienten Fahrzeuge (Pkw mit höchsten 8 Sitzplätzen, Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen sowie dreirädrige Kraftfahrzeuge (keine dreirädrigen Kräder) – kostenfrei zurückzunehmen. Die Hersteller müssen sicherstellen, dass ein Fahrzeugehalter  eine Altauto-Rücknahmestelle in einer maximalen Entfernung von 50 Kilometer erreichen kann. Um dem flächendeckend nachzukommen, sind Kooperationsverträge mit vielen deutschen Autoverwertern seitens der Automobilindustrie abgeschlossen worden. Denn der alte Schatz darf nicht jedem anvertraut werden. Nur anerkannte Annahme- und Rücknahmestellen oder zertifizierte Schrott-Verwerter sind berechtigt das alte Auto fachgerecht der Wiederverwertung zu zuführen.

Und so geht es praktisch

Es kann teuer werden, wenn das alte Auto nicht ordnungsgemäß abgemeldet und entsorgt wird (Entsorgungs- und/oder Nachweis-Pflicht). Gegen den Fahrzeughalter kann ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet und ein Bußgeld bis zu 50.000 EUR verhängt werden.

Wenn Ihr Schätzchen ein Getriebe- oder Motorschaden hat oder durch einen Unfall beschädigt wurde, aber dennoch für einen Käufer interessant sein könnte, ist der reguläre Verkauf natürlich eine Option. Da es sich hier um einen offiziellen Verkauf eines Gebrauchtwagens handelt ist der nächste Fahrzeughalter für den endgültigen Verwertungsnachweis verantwortlich. Unbedingt einen schriftlichen Kaufvertrag abschließen, da es kein Verkauf zur Verschrottung ist. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, das ein Verwerter für Ihr altes Auto noch ein paar Euro zahlt. Hier müssen Sie sich unbedingt den Nachweis über die umweltgerechte Entsorgung ausstellen lassen. Diesen Verwertungsnachweis sowie die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) und die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugbrief) müssen sie bei der Abmeldung des Fahrzeugs unbedingt vorlegen, da es sonst teuer werden kann.

Am einfachsten ist es, das alte Auto kostenlos durch einen zertifizierten Betrieb abholen zu lassen. Das spart Zeit und Sie müssen sich um nichts mehr kümmern. Der Verwerter übernimmt auch die Abmeldung. So hat es meine Freundin gemacht. Sie konnte sich darauf verlassen, dass alles ordnungsgemäß und umweltgerecht entsorgt wurde.

Bei der GESA, der Gemeinsamen Stelle Altfahrzeuge der Bundesländer finden Sie Rücknahmestellen in Ihrer Nähe.

Ein Tipp: Bevor Sie sich ein neues Auto kaufen (egal ob gebraucht oder neu), gehen Sie noch einmal in sich und überlegen ob Car-Sharing nicht vielleicht eine Möglichkeit für Sie wäre. Schont die Umwelt und das Portomonnaie. Ich erinnere mich gern an die Zeit, als ich in der WG lebte und wir uns zu viert ein Auto teilten. Es muss nicht das klassische Car-Sharing sein, vielleicht geht es auch mit Nachbarn oder in der Familie, wenn man am gleichen Ort lebt? Denn allzu oft geht es mehr um das Gefühl der Freiheit, als darum das Auto wirklich als Nutzfahrzeug zu gebrauchen.