Zu schön um Müll zu sein

Wenn aus Abfall Designerstücke werden!
Dass Recycling sinnvoll ist weiß, ja inzwischen jeder. Und nicht nur wenn es um die übliche Rohstoffwiederverwertung geht. Recycling-Design liegt voll im Trend.

Für Designer gibt es eigentlich keinen Müll, denn für sie sind Müll und Abfall immer nur Ausgangsbasis für etwas anderes. So schaffen sie aus vermeintlich wertlosem Müll neue, schöne und reizvolle Dinge. Aus Autoreifen werden fantasievoll geschnitzte Spiegelrahmen, aus Fahrradschläuchen originelle Gürtel und Taschen und aus alten Ölfässern werden attraktive Couchtische. Auch den Künstlern und Designern geht es bei ihrer Art des Recyclings darum die Menge von Müll und Abfall zu verringern, wertvolle Ressourcen zu schonen sowie Klimagas- und Schadstoffemissionen zu senken. Vermeintlichen Müll oder Abfall zur Herstellung von Möbeln, Alltagsgegenständen oder Design-Objekten zu nutzen ist also nur konsequent.

RecyclingDesignpreis - Müll kann nützlich und schön sein

Diese nicht mehr neue, aber wirtschaftliche und kreative Idee wird seit 2007 von der RecyclingBörse in Herford und dem Arbeitskreis Recycling e.V. mit dem RecyclingDesignpreis geehrt. Aber der Verein hat noch ein weiteres Ziel: „Aus alt mach' Arbeit“. Um den scheinbaren Müll und Abfall nicht nur in Einzelstücken für einen RecyclingDesignpreis nutzbar zu machen, werden von den besten Entwürfen und Prototypen aus recyceltem Müll danach kleine oder auch größerer Serien hergestellt. So entstehen zusätzlich Arbeitsplätze. Das Müllrecycling hat also auch einen gesellschaftlichen Nutzen.

Die Arbeiten der Preisträger des Recycling-Designpreises 2012 und weitere 24 RecyclingDesignentwicklungen werden in der kommenden Zeit hier präsentiert:

  • 08.05. - 18.06. 2012 Umweltbundesamt Dessau und Bauhaus Dessau
  • 20.06. - 28.07. 2012 stilwerk Designcenter Berlin und Museum der Dinge Berlin
  • 06.08. - 02.09. 2012 stilwerk Designcenter Düsseldorf
  • 17.09. – 07.10. 2012 stilwerk Designcenter Wien (zur Vienna Design Week)
  • 15.10. – 04.11. 2012 stilwerk Designcenter HamburgAk

Kritik am Recycling aus Müll

Der wissenschaftliche Leiter des Hamburger Umweltinstitutes Michael Braungart kritisiert dagegen die Inkonsequenz an dieser Art des Denkens. Er hat die Vorstellung, dass eine Welt ganz ohne Abfall und Müll möglich ist und man sich besser damit auseinandersetzt, als aus Müll scheinbare Kunst zu machen. Aus seiner Sicht ist es einfach falsch, schlechten Müll nur umzufunktionieren. Er sagt, dass ein Gegenstand oder Produkt von Anfang an so gestaltet werden sollte, dass es später in einer höheren Qualität wieder verwendet werden kann. Zum Beispiel schlägt er vor an einem ungiftigen und unzerbrechlichen Material als Verpackung für Babynahrung zu forschen, aus dem dann später der Schreibtisch fürs Kinderzimmer produziert werden könnte, als das Glas einfach nur wieder einzuschmelzen und in schlechtere Qualität wieder als Glas zu nutzen.

Müll im eigenen Haushalt recyceln

Dennoch kann es ja jetzt nicht schaden, solange diese Fantasie der Welt ohne Müll noch in der Zukunft liegt, dem Müll und Abfall von heute durch Recycling eine neue Form zu geben. Das kann jeder für sich tun. Wenn man etwas kauft, gleich daran denken, ob es nach seinem eigentlichen Gebrauch zu Müll wird, oder ob man es vielleicht auch noch in recycelter Form weiter verwenden kann. Z.B. können Weinflaschen oder Marmeladengläser auch als Vasen genutzt werden oder?


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